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Ich bin gewiss kein Liebhaber des standardisierten Gothic - Metals, kein Freund vom Klagelied der lebenden Toten oder dem schrillen Geheule verweichlichter Opernsängerinnen. Aber dieses Gerne kann auch anders und ich bin sehr wohl ein großer Sympathisant der jungen Band Crystal Crow aus dem Calw'er Underground. War ich bereits hin und weg vom Debüt des Quintetts, "Love Again", so muss ich nach mehrmaligem Hören von "Unearth The Dark" in mindestens genauso hohen Tönen schwärmen. Ehrlich eingestehen muss ich mir, dass ich nach dem starken Debüt noch fest der Meinung war Crystal Crow würden dieses nicht mehr toppen können. Nun hat man mich eines Besseren belehrt. Nicht nur die Quantität ist auf dem neuen Output gestiegen, statt vier gibt es dieses mal sieben Stücke, auch qualitativ konnte man die spitzen Leistung des Vorgängers nochmals ein wenig steigern. Dabei ist die Basis die gleiche wie auf dem Debüt, hartes Riffing, atmosphärische Keys und die vielseitige Stimme von Dirk "Whych" Binder. Entstanden sind dadurch sieben dunkle Kompositionen auf äußerst hohem Niveau, ein Krähenflug voller Melancholie und Emotionen.
Nur optisch hat der Vorgänger den Schnabel vorn, im Vergleich zum tollen Artwork von "Love Again", kommt "Unearth The Dark" eher unspektakulär mit dreifarbigem Cover daher. Auch der edle Pappschieber mit leicht erhabenem Druck kann da nur wenig aufwerten.
Bleibt abzuwarten ob dieses Album der Band ein wenig mehr Aufmerksamkeit beschert, zu wünschen wäre es dem Fünfer, verdient hat man es sich allemal.

9,5 von 10 Punkten (im Underground)
Stefan Weick
 
 
 
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