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Auf dem Cover von Crystal Crows Debut sitzt eine leicht bekleidete Frau, umringt von Kerzen, einsam in einem Raum an dessen Wand Schatten von zwei Personen geworfen werden, zu denen die junge Dame mit der Tätowierung auf dem linken Oberarm gedankenverloren starrt. Dazu heißt die Scheibe noch "Love Again" und jedem Klischeehasser wird sich bereits jetzt der Magen umdrehen. Dementsprechend skeptisch geht man an die EP mit den vier Tracks ran und wird dafür umso stärker überrascht: "Love Again" bietet uns auf vier meist überdurchschnittlich langen Tracks eine Symbiose aus Melancholie und düsterer Metal-Härte, die mich aus den Undergroundkreisen selten so überzeugt hat.

Frontmann Dirk schafft es gekonnt die verschiedensten vokalistischen Facetten miteinander zu verknüpfen. Da wäre das düstere Wispern, welches man aus der Gothic-Szene kennt, die dunklen Growls des Death Metals und angenehme cleane Vocals, die nicht melancholietriefend dem Hörer den Tag vermiesen, sondern viel eher bewegen und zum Mitsingen anheizen.

Auch die instrumentale Seite Crystal Crows weiß vollkommen zu überzeugen und gestaltet sich überaus facettenreich: "Corruption" überzeugt mich am stärksten im Refrain, den man nach dem zweiten Durchgang automatisch mitsingt, der Titeltrack "Love Again" stellt mehr die düsteren, melancholischen Aspekte in den Vordergrund und "Catch The Fall" dümpelt doomig mit Zeitlupenriffs vor sich hin. "Immortality" entpuppt sich schließlich als finaler Kracher. Das frostig-düstere Piano-Intro könnte locker in jedem Horrorstreifen Soundtrack sein und leitet perfekt den vokalistisch-instrumentalen Ausbruch ein, um dann wieder in ruhigere Passagen zurückzufallen. Facettenreich und innovativ!

Crystal Crows "Love Again"-EP sollte alle düsteren Gestalten vollkommen zufriedenstellen. Die Produktion der selbstfinanzierten Scheibe ist durchweg gelungen und fängt gekonnt die Stimmung ein. Ich war selten über eine Debut-Demo einer Truppe aus diesen musikalischen Gefilden dermaßen positiv überrascht, Crystal Crow haben einen ganz eigenen Charme aus dem Zusammenspiel zwischen Gothic-Synthies und Metal-Härte entwickelt - weiter so!

Dorian
9/10 Punkten
 
 
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