LIVEBERICHT: 3. Jahre Schattentanz (Sleeplesszine.de)
Schon seit drei Jährchen findet im Sakrema in Pforzheim jeden 1. Samstag im Monat der „Schattentanz“ statt. Ein Event, bei dem von DJ Dionys X hauptsächlich Musik aus dem Gothic, Industrial und Electrobereich aufgelegt wird und mittlerweile des öfteren für ein gut gefülltes Sakrema sorgt.

Zum dreijährigen Jubiläum holten die Betreiber die Dark Metal Band CRYSTAL CROW an Bord, damit die Truppe zum Geburtstag den Gästen Live ordentlich einheizen durfte. Wie sonst auch, war auch an diesem Abend der Eintritt frei, trotz des Auftritts von CRYSTAL CROW. Nachdem bereits um 21 Uhr die Pforten öffneten, lies sich die Band dennoch bis circa halb elf Zeit um mit ihrem Auftritt los zu legen.

Nach einem episch angehauchten Intro begannen die Jungs um Frontmann Dirk „Whych“ Binder – der an diesem Abend besonders gut aufgelegt war und ständig Witze riss – auch gleich mit dem Opener „Alive“ vom aktuellen Album „Unearth the dark“ ihr Set. Von relativ simpler Keyboardmelodie, die gleich einem im Ohr hängen bleibt, und von sehr gutem Schlagzeugspiel geprägt, hat man hier es gleich zu Beginn mit einem Song zu tun, der zum einen gleich zum bangen einlädt und zum anderen das songwriterische Können der Band an den Tag legt.

„Your picture is buried in my mind, can’t forget your face.” lauten die erste Textzeile zu “Fading Memories”, welches gleich als nächstes Angestimmt wurde. Etwas abgewandelt könnte man diese Textzeile auf die Musik von CRYSTAL CROW übertragen. Selbst beinharte Death Metaller, die beim Wort Gothic und Dark Metal schon davon laufen, wurden von der Musik des Quintetts überzeugt. Andere wurden von CRYSTAL CROW gänzlich in ihren Bann gezogen. Auch kein Wunder bei einer Band, die mehr als nur eine Einheit bildet und bei welcher die Musik quasi in Fleisch und Blut übergeht. Das Zusammenspiel der Fünf auf der Bühne ist exzellent, was mit unter wohl die Jahrelange Bühnenerfahrung mit sich bringt. Als I-Tüpfelchen des ganzen - ohne die Instrumentalabteilung zu vernachlässigen - darf sich die Band wohl stolz zeigen, einen solch talentierten Sänger in ihren Reihen zu haben. Wo andere Bands auf mindestens zwei Sänger zurückgreifen müssten, um eine ähnliche Stimmgewalt auf die Bühne zu bringen, braucht es hier nur Frontmann Dirk, der von tiefen Crowls über Keifen bis hin zu melancholischen cleanen Gesang einfach alles drauf hat. Selbst in Gefilde, wo man nur einen Rob Halford vermutet, dringt Dirk hin und wieder vor.

Mit „Love Again“ und dem bereits erwähnten „Unearth the dark“ haben die Jungs bereits zwei Silberlinge in ihrer Discographie vorzuweisen. Mit „No Place in Paradise“ bekam das Publikum im Sakrema nun einen von zwei brandneuen Songs dar geboten, die auf dem nächsten Album erscheinen werden. Für Fans, die an CRYSTAL CROW vor allem die langsameren ruhigeren Stücke liebten, dürfte „No Place in Paradise“ ein kleiner Schlag ins Gesicht sein. Hier geht es deutlich mehr zur Sache, aber ohne, dabei die Linie ihres bisherigen Schaffens aus den Augen zu verlieren oder gar in eine komplett neue Richtung zu driften. Neben der Brachialität weißt dieser Song auch mehr Progressivität auf, als die bisherigen Nummern der Truppe. Mal fast doomige Riffs und atmosphärische Passagen wechseln sich mit sehr flotten Parts ab, bei denen Drummer Ralf doch deutlich mehr die Drumfelle beackern muss.

Als erstes „altes“ Stück an dem Abend wurde das Titelstück der „Love Again“ EP gespielt, dessen Merkmal der Kontrast zwischen den Keyboardbetonten ruhigen Passagen und den deutlich härteren Refrainparts ist. Ein Song mit ähnlichen Merkmalen, allerdings vom „Unearth the dark“ Album ist „Inside“, bei dem CRYSTAL CROW ebenfalls sämtliche Register ziehen. Wie bei vielen Stücken weißt auch dieser Song einen eingängigen Refrain auf, den man auch recht flott mitträllern kann. Hier und auch bei dem folgenden Stück „Wasteland of my soul“ ragt Basser Sebastian durch die hier und da auftauchenden Bassdominierten Parts etwas heraus.

Mittlerweile wurde es Zeit für das zweite neue Stück. „Dorian Gray“ heißt das gute Teil, durch dessen Songtitel man an Oscar Wilde’s Roman „Das Bildniss des Dorian Gray“ erinnert wird. CRYSTAL CROW haben zwar teils schon ruhigere Lieder in ihrem Repertoire, aber eine richtige Ballade kann die Truppe nicht wirklich aufweisen. Und so kündigte Sänger Dirk „Dorian Gray“ auch als Ballade an. Aber was dann aus den Boxen geprügelt wurde, hatte nicht viel mit einer Ballade zu tun. Ähnlich wie „No Place in Paradise“ weißt auch „Dorian Gray“ eine deutlich härtere Gangart auf.

Wie schon beim ersten neuen Song folgt auch auf den zweiten wieder ein Stück von der „Love Again“ EP. Diesmal kam „Immortality“ an die Reihe. Mit einer, an das Halloween-Theme erinnernde von Keyboarder Simon instrumentalisierte Melodie, beginnt das Stück und steigert sich nur ganz langsam aus seiner ruhigen Lauerstellung, um im Refrain kurz auszubrechen und sich dann wieder auf die Lauer zu legen. Erst ab der Mitte des Songs bricht das Stück komplett aus und führt die etwas härtere Gangart bis zum Schluss fort.

Zum Abschluss des etwas über einstündigen Gigs wurde der Opener der „Love Again“ EP „Corruption“ angestimmt. Während Gitarrist Andreas – der an diesem Abend mit einer fetten Erkältung zu kämpfen hatte – die Intromelodie des Stücks auf Endlosschleife spielte, bedankte sich Sänger Dirk bei dem relativ zahlreich anwesenden Publikum, beim Soundmann Raif und beim Lichttechniker, ehe der Song aus der PA gedonnert wurde. Nach dem Song gab es dann etliche Zugaberufe. Aber da die Truppe ihr Kontingent an Songs bereits erschöpft hatte, zwei weitere neue Songs noch nicht ganz fertig sind und der Song „Catch the fall“ Live nicht so recht funktioniert, musste die Truppe dann einen Song nochmals spielen. Auf Wunsch wurde dann das neue Stück „No Place in Paradise“ ein zweites Mal an diesem Abend zum besten gegeben.

Danach war zumindest der Konzertteil – leider viel zu schnell – wieder vorbei. Aber im Sakrema wurde dennoch bis in die frühen Morgenstunden weiter Party gemacht und gefeiert.

Quelle : http://www.sleeplesszine.de/
 
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