INTERVIEW : Darkfeather.net

Kompromisslos und doch sympathisch verfolgen sie ihren Weg. Sie machen es sich dabei nicht einfach - in einer Zeit, in der sich mehr und mehr Szenen und gar Unterszenen aufspalten, um ihr eigenes Süppchen zu kochen (leider) und Toleranz in dieser Beziehung nicht gerade groß geschrieben wird (nochmal leider), verschmelzen sie verschiedene düstere und härtere Musikstile zu einer, IHRER Einheit... und genau das macht Crystal Crow und ihre Musik so interessant! Eine Band auf den Stufen der (Musik-)Kellertreppen berechtigter Weise in Richtung Licht der Welt mit einem Sänger namens Dirk "Whych" Binder, der sich dem Dark Feather zum Interview stellte 

         

Hallo Dirk! Zu Beginn möchte ich Dich um eine kurze Bandvorstellung bitten?

Hi, also wir sind Crystal Crow aus Karlsruhe. Unseren Stil ordnen wir in den  Dark-Metal ein. Wir sind der der Ralf an den Drums, Simon an den Keys, Seb am Baß, Andie an der Gitarre und ich, Dirk, am Gesang. Viel mehr gibt’s eigentlich nicht zu sagen ;)

 

Für was steht bei Euch der Name Crystal Crow?

Das weiß keiner mehr so genau. Er stammt noch aus einer Zeit als Andie, Simon und ich  noch gar nicht dabei waren und musikalisch noch in „Melodic-Prog-Gefilden“ gefischt wurde. Wir haben den Namen aber trotz Stil und Musikerwechsel behalten. 

 

Ihr habt Euch im Jahre 2003 gegründet und spielt seit Vervollständigung des Line-Ups in der gleichen Besetzung, eine Historie die man nur bei wenigen Bands verzeichnen kann. Hat die Chemie von Anfang an gestimmt, habt ihr Euch sozusagen gesucht und gefunden?

Crystal Crow gab es schon eine Weile davor, aber eben in andere Besetzung und völlig andern Zielen/Vorstellungen. Ralf und Seb waren damals schon dabei. Es war schon Glück das wir uns gefunden haben und eigentlich ohne größere Reibereien Musik machen können. Jeder von uns hat ja schon in einigen Bands gespielt und dort seine Erfahrungen gesammelt. 2003 war das Jahr als Andie dazu kam und das war einfach der musikalische Wendepunkt für uns. Aus diesem Grund geben wir als Gründungsjahr auch 2003 an. Alles davor interessiert eigentlich nicht, weil es außer dem Namen nichts gemeinsam hat.

 

Euer Stil lässt sich erfreulicherweise nicht so einfach einordnen. Da vermischen sich unter anderem Dark Metal neben Gothic und Prog-Metal Elemente. Wo liegen genau Eure Einflüsse und Vorbilder?

Das aufzuzählen wird wohl recht lange dauern ;) Ich kann ja mal mich als Beispiel nehmen. Meine Wurzeln liegen im US-Powermetal wie die alten Metal Church, Sanctuary. Dazu dann Sachen wie Mercyful Fate und Kind Diamond. Dazu jede Menge Jazz, einige Jahre Prog-Metal ( Dream Theater, Symphony X… ), eine Prise Moonspell, Samael, Pain of Salvation usw.  So in der Art sieht es eigentlich bei jedem von uns aus. Wir setzen uns da auch nicht künstlich Grenzen.

Das alles prägt einen natürlich und fließt zwangsläufig auch in unsere Musik ein. Wir machen aber eigentlich worauf wir Lust haben. Es kommt aber erfreulicherweise recht düsteres Zeuchs dabei raus. Die neuen Songs haben nun  z.B. einen deutlich härteren Metal-Einschlag bekommen, da sie alle auf Gitarren-Riffs aufgebaut sind und sind wohl auch wieder ein wenig progressiver. Unsere “Gothic-Seite“ haben wir mit der ‚Unearth the Dark’ ausgelebt. Jetzt gibbet wieder ein wenig mehr druff, aber es hört sich immer noch unverkennbar nach Crystal Crow an. Stillstand ist der Tod  ;) 

 

Eure aktuelle CD „Unearth The Dark“ besticht durch eine klare und druckvolle Produktion. Wie waren für Euch die Erfahrungen in den Klangschmiedestudios?

Das hört sich immer unglaublich nach Arschkriechen an, aber Markus und Tobias sind einfach Klasse. Nach dem wir Vision Bleaks "The Deathship Has A New Captain" gehört hatten, wollten wir unbedingt in die Klangschmiede. Zum Beispiel der Gitarren- und Drum-Sound ist einfach der Hammer. Hinzukommt das man mit den zwei absolut professionell arbeiten kann und zusätzlich jede Menge Spaß hat. Mit Tobias die Gesangsaufnahmen zu machen war echt ein Kapitel für sich ;)

Wir  wollen mit der neuen Produktion auf alle Fälle wieder in die Klangschmiede. Da gibt es einfach für uns keine Alternative. Die Jungs liefern nicht irgendwelchen Durchschnitt ab, sondern lassen sich auf die jeweilige Musik ein.

 

Ihr seid seit Eurer Gründung ja schon ganz gut Live rumgekommen und habt unter andern auch schon Szene-Größen wie Crematory oder Atrocity supported. Inwieweit haben Euch diese Auftritte geprägt?

Solche Auftritte sind natürlich immer was besonderes. Man weiß eben auch nie wie einen die Fans der Hauptbands annehmen. Eigentlich sind die ja nicht wegen uns da und sie wollen ja den Haupt-Act sehen. Bis jetzt hat es aber immer gut geklappt und wir wurden nicht von der Bühne geprügelt. Schön ist, wenn man mit den ‚Grossen’ ein wenig ins Gespräch kommt und man auch Tips bekommt. Zudem lernt man einfach professioneller an die Sache ranzugehen. Da gibt es eben nichts von wegen später auf die Bühne oder Zeit überziehen wie es doch im Underground immer gerne von den „Opener-Bands“ gemacht wird. Man lernt auch z.B. einen schnellen  Soundcheck durchzuziehen und nicht ewig rumzudrödeln. Das färbt dann natürlich auf das eigene Verhalten ab, was ja aber sicherlich nicht das Dümmste ist. Ein wenig Professionalität hat noch keinem geschadet ;)           

 

Was können Fans und Leser von einer Crystal Crow Show erwarten?

Eine unkomplizierte Band, die sich selbst nicht zu ernst nimmt, aber Live immer Bestes gibt.

Ich habe gehört, wir sollen eine recht gute Liveband sein. ;)

 

Neue Songs sind soweit ich weiß auch bereits fertig und werden auch schon live präsentiert. Gibt es schon bald ein neues Release von Euch?

Wir hoffen spätestens Mitte 2009 wieder im Studio zu sein. Wird ja auch langsam Zeit.

 

Wie verlauten im Allgemeinen die Zukunftswünsche von Crystal Crow? Was steht auf dem Plan?

Viele Live-Auftritte. Wir sind einfach eine Live-Band und da auch um einiges überzeugender als auf CD ( behaupten wenigstens die Zuhörer ). Ein Label-Deal wäre natürlich schön, aber wir sind da recht zickig was das angeht. Da muss schon alles passen sonst lohnt das nicht. Schoen wär es auch mal eine kleine Tour zu fahren. Dann natürlich 2009 die neue CD.

 

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:

Wie seht ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metalszene?

Im Moment ist es schwer „vorwärts zu kommen“. Das Angebot ist groß und die Leute sind nicht mehr wirklich bereit sich auf Neues einzulassen. Erst mit dem „großem Push“ eines Labels  wird man für die Meisten interessant. Ich würde mir wieder mehr Mut wünschen, was den Besuch von ‚Underground-Konzerten’ angeht. Da gibt’s so viele gute Bands die gerade mal vor 10 Leuten spielen.

Leider macht es einem die sich ausbreitende Spießigkeit der Szenen ( Gothic wie Metal ) auch nicht gerade leichter, wenn man so wie wir „Genre-Uebergreifend“ unterwegs ist.

 

Welche Vor- und/oder Nachteile seht ihr in große Webcommunities wie z.B. myspace?

Nachteile wüsste ich jetzt eigentlich auf Anhieb keine, wenigstens haben wir keine. Eher im Gegenteil. Mit Myspace kommen wir an Leute ran, die uns so niemals gehört hätten. Gerade auch was außerhalb Deutschland angeht. Wir haben schon CDs in die USA geschickt und die Leute kennen uns eben über z.B. Myspace. Was Werbung angeht, ist das Internet in meinen Augen ein Segen für Bands. Zudem kann man so auch andere Bands kennenlernen, um was zusammen aufzuziehen.

  

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Fangen wir mit Schlecht an. Es gibt jede Menge Leute, die dich verarschen wollen, gerade was Geld angeht. Leute die einen anlügen oder einfach respektlos behandeln. Aber da wird wohl jeder Lehrgeld bezahlen müssen.

Schräg sind wir selbst. Da können wohl eher Leute in unserem Umfeld was erzählen. ;)

Positiv ist jedes Konzert bei dem Leute uns hören wollen.

 

Ich bedanke mich für dieses Interview,

die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Danke fürs Zuhören und Lesen. ;)

 
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